Mühlenberg

Nur noch einige Bäume künden von dieser einstigen Siedlung

Aus der Chronik Siggelkow:

Mühlenberg, einst „Vorwerk“ eines ritterschaftlichen Gutes

Das Mühlenberg mit seinen großen Häusern, an das sich noch heute viele Siggelkower erinnern, dürfte jenes gewesen sein, dessen Häuser für die Tagelöhner, die einst für den Grafen von Albertsleben in Tessenow gearbeitet haben, errichtet wurden. Älteste Nach-

richten gehen aber weiter zurück. Um 1680 werden in der Region einige neue Mühlen errichtet, u.a. an der Herrstrasse Parchim – Putlitz. 1703 wird diese zerstört, zu einem Neuaufbau kommt es nicht. In ihrer Nähe befindet sich eine kleine Ansiedlung, die bis

Ende des 18. Jahrhunderts als „Windmühlenberg“ bezeichnet wurde. Dem Beichtkinderverzeichnis von 1751 kann man 34 Personen entnehmen, die in diesem Ort wohnten.

1776, bereits unter der Herrschaft „von Bülow“, haben wir eine Ansiedlung von 8 Kätnern (im Besitz eines Katens, oftmals reichte der Ertrag nicht zur Versorgung aus). 1796 findet man Mühlenberg in einer Bekanntmachung über die Veränderungen der Besitz-

stände der ritterschaftlichen Güter. Hier ist Mühlenberg neben Thessenow und Cummin in den Besitzungen des Prollius zu finden. 

Danach liegen uns keine weiteren Nachrichten vor. Traditionell wird „Mühlenberg“ aber weiterhin als „Vorwerk“ zu Cummin bezeich-

net, und gehört mit seinen etwa 5 Tagelöhnern zur Pfarrgemeinde Siggelkow und auch die Schule wird von deren Kindern besucht. 1880 brennt das Gutshaus von Cummin nieder, womit der Ort seine Bedeutung verliert und aufgegeben wird. Zum Hauptgut wird

Tessenow und Mühlenberg wird ihm angegliedert.

 

Aus der Schrift des Heimatforschers und Autors vieler Bücher Burghard Keuthe
 "Kummin und Mühlenberg – Vom Anfang bis zum Ende"

 

Auf der heutigen Feldmark Tessenow befinden sich mehrere wüste Dorfstellen. Das ist zum einen das

Tessenowsche Vorgängerdorf Kummin an der Mooster, die Siedlung Mühlenberg an der Straße Siggelkow-

Suckow, die „alte Dorfstelle“ Tessenow an der B-321 und ein nur urkundlich bekannter Ort Bergrade, der

archäologisch bisher nicht nachgewiesen werden konnte. Kummin und Mühlenberg sind die Ortschaften, die

zuletzt aufgegeben wurden, Mühlenberg erst nach 1950. Mythen und Geschichten blieben erhalten, aber so

richtig weiß keiner mehr Genaueres zu berichten. 

...

Der Ort Mühlenberg bei Tessenow war nie eigenständig, das heißt, hier gab es weder Kirche oder Schule, noch

einen Bürgermeister. Mühlenberg lag auf der früheren Kumminschen, später Tessenowschen Feldmark, und

entstand aus einem Mühlengehöft um die Wende des 17./18. Jahrhunderts. Kirchlich gehörten die Mühlenberger

zu Groß Pankow, gingen aber in der Regel nach Siggelkow zum Gottesdienst, weil das näher lag. Auch

heirateten die Mühlenberger lieber in Siggelkow und ließen sich hier beerdigen. Die Kinder besuchten die

Schule in Tessenow.

 

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