Niedermühle Blanksee
Lange Geschichte der Mühle
An den Bächen im Gebiet existierten ehemals vier Mühlen. Die Niedermühle am Blanksee und die Mühle in Wilsen wurden bis in die erste Hälfte des 20. Jh. betrieben. Die Mühle von Stüvendorf, südlich von Vietlübbe, war etwa von 1274 bis 1500, die Quaßliner Mühle etwa von 1300 bis 1900 in Betrieb. Die WIEBEKINGSCHE KARTE von 1786 zeigt, dass das südliche Ufer des Gehlsbaches oberhalb von Wilsen bewaldet war, während die tiefgründigen Moorflächen im Bereich der Darßer Seewiesen waldfrei waren. Ebenso war das Eldetal waldfrei, und die Moorflächen wurden als Grünland genutzt. Im Niedermoorbereich zwischen Elde und Blanksee zeugen drei Torfstiche vom einstigen Torfabbau, der letztmalig zwischen 1945 bis 1953 betrieben wurde. In den 70er und 80er Jahren des 20. Jh. wurden bei Klein Dammerow, Darß und Wilsen Anlagen zur Beregnung der angrenzenden Felder errichtet, die Wasser aus dem Gehlsbach entnahmen. Der Betrieb dieser Anlagen wurde 1989 eingestellt. Geblieben sind mehrere Stauwehre. Auf dem Gelände der ehemaligen Wassermühle in Wilsen entstand eine Forellenanlage, die 1987 mit der Produktion von Regenbogenforellen begann. (von der Internetseite Stiftung Umwelt- und Naturschutz MV)
Die Mühle hat eine lange Geschichte. Historische Dokumente erwähnen beispielsweise Grenzstreitigkeiten zwischen der Gemeinde Klein Pankow und der Besitzerin der Niedermühle, die bis in die Jahre 1832-1848 zurückreichen. Früher war die Müllerei ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Region, wobei der Müller oft einen Teil des Mahlgutes als Lohn behielt. Heute gibt es die Mühle nicht mehr.
1468 geht "die Mühle zu Pankow mit allem Zubehör auf ewige Zeiten von Diederich von Plessen an den mecklenburgischen Herzog Heinrich über, damit ersterer seine Freiheit wiedererlangt". So lautet ein Teil einer Urkunde im Mecklenburgischen Landeshauptarchiv. Dietrich von Plessen war also inzwischen in den Besitz der Mühle gekommen. Als Ritter beteiligte er sich an den regen Räubereien jener Zeit. Dazu gehörte auch sein Überfall als Gefolgsmann des brandenburgischen Markgrafen Friedrich auf Bürger aus Rostock und Wittstock. Dieser Angriff ging aber böse für den streitlustigen Ritter aus, denn er geriet in Gefangenschaft der Mecklenburger. Durch Vermittlung des Schweriner Bischofs Vidimus konnte sich Dietrich von Plessen für 900 rheinische Gulden und die Übergabe der Mühle zu Pankow mit allem Zubehör freikaufen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Blanksee zum Zubehör gehörte. So gelangten Mühle und Blanksee nach Mecklenburg, während Klein Pankow brandenburgisch blieb. Die Mühle stellte mit dem sie umgebenden Land lange Zeit ein Stück eigenständiges Territorium dar. Als herzoglicher Besitz wurde sie vom Amt in Marnitz verwaltet, die herzoglichen Groß Pankower Bauern dagegen vom Amt in Grabow. Die Grenze zwischen der Groß Pankower Feldmark und dem kleinen Mühlenterritorium bildete der Abfluss des Blanksees. Das muss auch die ehemalige und ursprüngliche Grenze zwischen Klein und Groß Pankow sein. Die Lage der Mühle auf dem vormaligen Klein Pankower Gebiet dürfte der Grund für die oft gebräuchliche Bezeichnung Klein Pankower Mühle sein, obwohl sie seit ihrer Ersterwähnung 1387 nicht mehr zu Klein Pankow gehörte. Wie so oft in solchen Fällen, war die Zugehörigkeit sehr verzwickt. Die Müllerfamilie ging nach Burow zur Kirche, weil sie dort eingepfarrt war, und die Kinder besuchten die Schule in Kreien. Verwaltungsmäßig war die Mühle dem Groß Pankower Schulzen unterstellt.
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