Der Sabelsee
Unberührte Natur mit seltener Fauna und Flora
Der Sabelsee erstreckte sich über eine Länge von 800 Metern von Nordost nach Südwest und eine Breite von 400 Metern. Er umfasste eine Fläche von 28 Hektar. Ein Drittel dieser ursprünglichen Fläche ist heute verlandet, sodass seine Fläche heute nur noch 17 Hektar beträgt. Am Südufer entstand ein ca. 8 Hektar großes Moor, welches immer weiter in den See vordringt. Der Sabelsee zeigt hier viele interessante Verlandungsstadien und Übergänge vom Flachmoor zur Hochmoorvegetation. Die Wassertiefe des Sees ist meist geringer als ein Meter. Der Untergrund besteht aus etwa einen Meter Bodenschlick.
An seiner Nordseite trennt den Sabelsee eine bewaldete Düne vom tiefer liegenden "Siggelkow-Groß Pankow-Moor". Hier befindet sich auch noch der künstliche Abflussgraben, der in den Moosterbach mündete und früher die Verbindung des Sees mit der Elde herstellte. Heute liegt er durch den stark gesunkenen Wasserspiegel trocken.
Am 18. Oktober 1939 wird das 37 Hektar umfassende Naturschutzgebiet Sabelsee ausgewiesen.
Im Schutz des hohen Schilfgürtels kann man vom Sabelgraben aus auf der Groß Pankower Seite am Seeufer längswandern und in Buchten bis an das Wasser herantreten. Der hintere Abschnitt kann trotz des Schwingrasens ohne Sorge durchwandert werden.
Im Südwesten, jetzt bereits wieder auf dem "Siggelkower Ufer", seewärts, also vor dem Moorwand, reicht ein breiter Verlandungsgürtel in den See. Den größten Raum nehmen Schilfbestände ein, die dann allmählich in einen torfmoosreichen Birkenbruchwald übergehen.
Hier entsteht eine tragende Decke aus Torfmoos. Sie ist in Wassernähe nicht dicker als 50 Zentimeter und gefährlich zu betreten. Allein sollte man sich niemals in diese Zone begeben! Unter der Schwingrasendecke liegt nämlich eine viele Meter dicke Faulschlammschicht. Eine 5,8 Meter lange Stange konnte ohne großen Widerstand hineingeschoben werden.
Regelmäßig brütet hier auch ein Seeadler, die Tiere des Waldes sind hier zu Gast, zum Baden ist der See nicht geeignet!
Bei dem Namen Sabel handelt es sich nach Walter Kintzel um eine slawische Bezeichnung für Reiherort. Er ist einer von drei 1663 aufgelisteten Marnitzer Amtsseen und wurde seinerzeit als "die Zapel" benannt.
Der Sabelsee war einstmals sehr fischreich und daher über Jahrhunderte zur Befischung verpachtet. Das relativ flache Gewässer, stellenweise können Kinder den See durchwaten, war ein ideales Fischereigewässer.
1798 wollte man mit amtlicher Genehmigung den Sabel ablassen. Vielleicht versprach man sich eine Flächennutzung für die Futtergewinnung. Die Gräben waren schon bis zu der Stelle gezogen, wo die Brücke über den Sabelabfluss am Nordufer gebaut werden sollte. Als der Kammerherr von Moltke auf Tessenow davon erfuhr, protestierte er energisch beim Amt, doch der Drost ließ den Graben weiterziehen. "Ihm sei nicht bekannt, dass das Gut in Tessenow etwas mit dem See zu tun hätte". Doch Moltke war im Recht, das Gut besaß die Sommer-Fischerei-Gerechtigkeit. Ehe von Moltke zu seinem Recht kan, war das letzte Stück durchstoßen und das Wasser floss ab. Dem Herzog, der sich einschalten musste, blieb nichts anderes übrig, als den Schaden ermitteln zu lassen. Die Beamten stellten fest, dass der Schaden nicht allzu groß wäre, denn die Fische hätten sich alle an tiefergelegene Stellen gerettet. Der Abzugsgraben wurde am Ende doch wieder zugeworfen.
Jedes Jahr vor Weihnachten fand ein Abfischen des Sees statt. Vom Fischreichtum im See wussten auch die Bewohner der umliegenden Ortschaften. Der Pächter stellte daher einen Aufseher ein. Vor dem Krieg war das aus Groß Pankow der Herr Möller. Mit seiner Kuh zog er morgens los und kam abends wieder nach Hause. Solange er in der Nähe des Sees war, versuchten sich nur Uneingeweihte an den Fischen zu vergreifen. Die Einwohner selbst taten es abends oder nachts. Dann sperrten sie den Sabelabluss. Der Sabelgraben lag schnell wegen des starken Gefälles trocken und man konnte ohne große Mühe in ausreichender Menge Fische einsammeln.
Aus der Sagensammlung:
Sagen gehören zum geistig - kulturellem Erbgut aus längst vergangenen Zeiten. Zu deren Quellen zählen Ereignisse, bestimmte Handlungen, Erscheinungen und Vorgänge in der Natur.
Einige wurden aber auch frei erfunden um einen erzieherischen Effekt zu erreichen z. B. die Aufhocker- oder Spucksagen. Die historische Wahrheit war also dabei ohne große Bedeutung. Dennoch steckt in vielen Sagen ein Körnchen Wahrheit, wie in den Riesenbetten,- Zwergen,- Franzosengräber,- oder Untergangssagen. Durch archäologische Forschungen konnte häufig
dafür eine Erklärung gegeben werden.
Eine Konzentration Siggelkower Sagen kann man, von ihrem Inhalt her, am Sabelsee, dem anschließenden Wiesengebiet und der Mooster beobachten. Sagen leben und erhalten sich durch mündliche Überlieferungen. Besonders auffällig in Gegenden mit einem hohen Anteil von Alteingesessenen mit Beherrschung der mundartlichen Sprachkenntnisse der Region
besonders gut.
Der Teufel am Sabelsee
Der Sabelsee bei Siggelkow ist auch so eine alte Spuckstelle. Mein Vater hat da mal was erlebt. Da kam einmal abends in der Dämmerung ein rabenschwarzes Pferd auf ihn zu. Das hatte einen schwarzen Kerl aufsitzen. Dem Pferd ist das Feuer aus den Nüstern gelodert. Vor lauter Angst sprang mein Vater über den Graben. Da war plötzlich alles wieder verschwunden. - Wossidlo; Archiv
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