Der Sandsee
Idyllisch und gut versteckt im Kiefernwald
Der Sandsee liegt einen Kilometer südöstlich von Groß Pankow.
In alten Urkunden und Karten wird er auch als „Kleiner See“ oder „Groß Pankower See“ benannt. Er ist ein nährstoffreiches Naturflächendenkmal mit angrenzenden Flachmoorbereichen, üppiger Vegetation, sowie Vogel-, Libellen- und Fischfauna. Seine Gesamtfläche beträgt 5,08 ha und die durchschnittliche Tiefe 2,2 m. Er ist von einem breiten Schilfgürtel umgeben. Trampelpfade durch das Schilf zeigen, dass der See zum Angeln genutzt wird. Der Sandsee ist eigentlich ein großer Teich und kein Badesee. An der Straße von Groß Pankow nach Redlin, kurz hinter dem Abzweig zum Blanksee, geht rechts ein Waldweg hinein zum Sandsee. Er ist auch Nahrungsgebiet für Kraniche. Seltene und in ihrem Bestand bedrohte Vogelarten sind u.a. Kranich, Große Rohrdommel, Bekassine, Wespenbussard, Baumfalke, Drosselrohrsänger und Zwergtaucher. Nur aus Richtung des Kiefernwaldes von der Süd-Ost-Seite ist ein schmaler Blick auf das Gewässer möglich. Seinen Zufluss bekommt der See aus dem südlich anliegendem Moor.
An der Süd-Ost-Seite erstreckt sich ein kleiner Kiefernwald, dessen Randzone sich ausgezeichnet zur Beobachtung von Fauna und Flora eignet. Unter Schutz stehende Pflanzenarten sind Gemeiner Wasserschlauch, Zyperngras-Segge, Schmalblättriges Wollgras, Steife- und Rispen-Segge, Zungenhahnenfuß, Breitblättriges Knabenkraut.
Der Sandsee diente in den frühen Jahren der Besiedlung als Trinkwasserspeicher zur Wasserversorgung der Groß Pankower.
Später war der See beliebter Aufenthaltsort der Dorfjungend. Der Kahn am Ufer konnte von allen benutzt werden. Wenn das Netz in Ordnung war und Feiertage anstanden, fing man hier Fische. 1953 erhielt die LPG den See. Anfang der 60er Jahre wurde der See dem Anglerverband Parchim übergeben, was auf großes Unverständnis der Groß Pankower stieß. Die fischereiliche Nutzung des Sabelsees erfolgte 1976 durch die Produktionsgenossenschaft „Werktätige Fischer Plau". Zu dieser Zeit wurden bereits Besatz- und Fütterungsmaßnahmen und das Aufstellen von Reusen untersagt . Nach Ablauf der Gültigkeit ausgegebener Angelscheine wurden diese nicht erneuert. Den stark verschlammten See wollte die LPG Groß Pankow in den letzten Jahren vor der Wende reinigen lassen, aber es kam zu keiner Einigung der beteiligten Seiten.
Zwischen der Straße nach Redlin und dem Wüsten Moor in Höhe des Sandsees finden sich Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Auch slawische und frühdeutsche (1200 - 1400) Scherben liegen hier weiträumig auf der Erdoberfläche. Dieser große Fundplatz hängt mit der Sage von der untergegangenen Stadt am Sandess zusammen.
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Die Sage vom Untergang am Groß Pankower- oder Sandsee
Die Sünde hatte überhand genommen und so versank der Ort in der Erde, mit allem was drin war. An dieser Stelle trat seit dem, der jetzige See an die Oberfläche. Dieses alles war in einer Nacht geschehen und hatte so wenig Aufsehen in der Umgebung erregt. Es war ein erster Maimorgen. Als die Leute, wie immer zur Stadt wollten, um ihre Waren abzusetzen, gingen sie in einen Nebel, ohne etwas zu ahnen, der sich so dicht wie noch nie auf die Erde gelagert hatte. Aber wie staunten die Leute, als sie glaubten, in die Stadt zu gelangen, plötzlich im Wasser standen, welches sie im dichten Nebel nicht zu übersehen vermochten. Obgleich sich die Ursache des Kommens des Wassers nicht erraten ließ, denn die Stadt war nicht in Sümpfen oder Wiesen, auch nicht am Fluss gelegen, so suchten doch alle einen Grund zu finden. Ja, einige ahnten schon den ganzen Vorgang, dass die Stadt ihrer Sünden wegen vielleicht untergegangen sei. Doch man hörte ja noch das Gegrunze der Schweine, in derselben dazwischen, die lockenden Stimmen der Weiber. Man hörte auch das Rasseln der Wagen und das Knallen der Peitschen in den Straßen. Mit kurzen Worten, man hörte vor sich das Getöse einer Stadt. Es war aber nicht hin zu kommen und so mussten alle wieder unverrichteter Dinge heimkehren. Den ganzen Tag blieb der Nebel dick, wie er am Morgen bereits vorhanden war, weshalb an diesem Tag zu keinem bestimmten Entschluss über den wunderbaren Vorfall zu kommen. Als aber am anderen Morgen die Sonne hell am Himmel stand und kein Tauwölkchen sich zeigte, da eilte alles zum rätselhaften Wasser. Da sah man, was man am Vortage nicht sehen konnte, dass die Stadt untergegangen und an ihrer Stelle ein See entstanden war. Heute hört man jedoch nicht mehr das Getöse einer großen Stadt, man hört nur noch das Rauschen der Wellen. Jahre verflossen nach diesem seltsamen Ereignis. Der See blieb als stetiger Bußprediger für Sündige Menschen und verfloss nicht wieder. Doch das Andenken an den Untergang der Stadt erlosch bis heute nicht.
Endlich war es tausendjährig, nur musste der erste Mai noch erlebt Sein. Der Maitag kam und mit ihm plötzlich ein gewaltiges Leben im See. Furchtbar stieg sei Wasser empor, weißer Schaum bedeckte ringsum seine Gestade, aus seiner Tiefe hörte man dasselbe Getöse, welches man vernimmt, wenn man am Tor einer großen Stadt steht. Doch der Maitag ging vorüber und mit seinem Vorübersein war auch der See, wie er vorher Gewesen war. Wieder vergingen Jahrhunderte und so das Jahr 1849, mit welchem auch das zweite Jahrtausend seit dem Untergang der Stadt zu Ende ging. Die Sage hat sich mit der Zeit nach und nach verloren, kaum einer wusste sie mehr so richtig zu erzählen.
„Lass uns heute nicht zu Wasser gehen“, sagte ein Pankower Fischer am frühen Maimorgen zu dem anderen. „ Ich habe diese Nacht einen bösen Traum gehabt und gewöhnlich sind meine Träume eingetroffen, lass uns lieber zu Hause bleiben! “ „Es sind etliche Pfund Fisch bei mir bestellt, „ war die Antwort des anderen, „wenn ich die habe, will ich auch zu Hause bleiben!“ Denn auch er ahnte nichts Gutes an diesem Tag. „ Nun, so komme ich mit!“ Sprach der Erste, darauf gingen beide Männer dem Gr. Pankower See zu. Aber wie erschraken die Fischer, als sie an den See kamen, und den selben trotz einer gänzlichen Windstille gewaltig toben sahen. Sie hörten von unten herauf ein Rasseln, als wenn Wagen auf einem Steindamm fuhren, sie hörten ein Hämmern, Klopfen, Schreien von Menschen und Vieh, sie hörten Töne der Musik und dazwischen das Jauchzen von Männern und Weiberstimmen. Den Fischern wurde ängstlich zu Sinne, als sie dies alles mit bekamen. Ihnen fiel die bisweilen wohl gehörte, aber nie geglaubte Sage vom Untergang der alten Stadt in diesem See ein. Ihr Unbehagen wuchs, doch die Fische waren versprochen und sollten abgeholt werden. Es mussten also die Netze im See ausgeworfen werden. Es geschah, und man zog eine solche Menge Fische, nur große Hechte, das der Fischer laut rief: „ Heute blüht mein Glück, mein Lebtag habe ich nicht solchen Zug getan. Geh du mit deinen Träumen!“ – Aber noch waren die Fische nicht aus dem Wasser, als eine weibliche Stimme aus der Tiefe des Sees rief: „Rutscherutscherutsche!“ Alle großen Fische bis auf einen sprangen wieder ins tiefe Wasser zurück. –„ Sind sie alle?“, hörten sie dieselbe Stimme rufen. „Nein, einer fehlt noch, es sind erst 99“, antwortete jemand, worauf dass „Rutscherutsche“ noch einmal erschallte und der letzte Hecht zurücksprang. „Ich sehe ihn schon kommen“, antwortete die zweite Stimme noch einmal und ging dann in Liebkosungen des zurückgekommenen Fisches über. Jetzt eilten die beiden Männer von Angst erfüllt zu ihrem Häuschen und erzählten im Dorf, was sie am See erlebt haben. Neugierige eilten zum See und fanden wie ihnen erzählt worden war.
(nach Albert Niederhöffer)




