Der Treptowsee

Tolle Wasserqualität und schöner Sandstrand am Waldrand

Der Treptowsee liegt im Talsandgebiet der Moosterniederung, eingebettet in typischen Kiefernwald. Er ist ein verbliebener Teil des sich über das gesamte Tal erstreckenden Moosterstausees, welcher sich am Ende der Eiszeit aus dem aubtauenden Gletscher bildete.

Er hat ein verhältnismäßig kleines Einzugsgebiet von nur 2,6 Quadratkilometern. Einen natürlichen Zufluss gibt es nicht. 2015 wurde ein Zulauf errichtet, um Wasser von der Mooster zuzuleiten. Er ist annähernd kreisförming und weist im südlichen Bereich die tiefste Stelle mit fünf Metern auf. Durch Verdunstung kann der Wasserspiegel im Sommer um 1,5 Meter sinken. Mit 55 Meter über NN liegt er höher als seine Umgebung. Sein Fassungsvermögen beläuft sich auf 1,17 Millionen Kubikmeter. Die Fläche beträgt 59 Hektar. Er hat eine Länge von ca. 945 Metern und eine Breite von bis zu 894 Metern. Obwohl fast das gesamte umgebende Ufer zur Gemeinde Siggelkow gehört, wird der See von der Gemeinde Ruhner Berge verwaltet. Der Treptowsee ist aufgrund seiner Lage im Wald und seiner naürlichen breiten Sandstrände ein beliebter Badesee. Seine Wasserqualität wird mit "ausgezeichnet" bewertet und jährlich geprüft. Auch Reiter mit ihren Pferden können hier an Sommerabenden oft beobachtet werden. Boote sind nicht erlaubt.

Um den See führt ein Wanderweg. Er verläuft größtenteils durch den umgebenden Wald. Im Süden muss auf den Feldrand ausgewichen werden.

Die Bewirtschaftung erfolgt durch die Fischere Müritz-Plau GmbH. All, Barsch, Blei/Brassen, Hecht und Plötze sind hier heimisch.

Durch die geringe Wassertiefe bildet sich bei anhaltendem Frost schnell eine tragfähige Eisdecke, die zum Eisangeln, Eishockey spielen, Schlittschuhlaufen und Eissurfen genutzt wird.

Menschen siedelten im Umkreis des Sees wegen seiner guten Bedinungen seit ewigen Zeiten. Jungsteinzeitliche Werkzeuge, bronzezeitliche Hügelgräber und germanische Waffen und Schmuck zeugen davon.

Um 1930 betreibt der Jännersdorfer Wirt während der Badesaison am Ufer ein Ausflugslokal. 1937 richtet die Wehrmacht östlich des Sees einen Flugplatz ein. Das Lokal dient fortan als Offizierskasino. 

Die sowjetische Armee besetzt das Gebiet ab 1945 für militärische Übungen. Für die Öffentlichkeit wird der "Russenwald" gesperrt. Aufgrund der geringen Tiefe üben Militärfahrzeuge auch das Fahren durch den See.

Zwei Falschirmspringer verunglücken tödlich (Lissin 1986 und Afonkin 1989). Die Kameraden setzen ihnen Gedenksteine. Ein Stein liegt heute im Parchimer Museum.

Seit 1991 ist der Bereich um den See Landschaftsschutzgebiet. Offenes Feuer oder Zelten sind daher nicht erlaubt.

Das gesamte Gebiet um den See ist ein Paradies für Naturfreunde und Erholungssuchende und steht seit Oktober 1991 unter Naturschutz.

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Aus der Sagensammlung:

Der wundersame Treptow 
Der Treptow zwischen Marnitz und Gr. Pankow ist schon ein wundersamer See. Ringsum ist  solch ein Sandboden, dass man denken könnte, der See müsse bald versickert sein. Er hat nicht einen Zufluss und doch fließt so viel Wasser ab, dass davon mehrere Mühlen gehen könnten. Die Alten sagten, dass der See keinen Grund hat. Das wollten einige ausprobieren. Sie nahmen sich ein Boot zum Messen der Tiefe. Sie haben es nicht ergründen können. 
- Wossidlo; Archiv  

 

Aus der Chronik:

Siedlung Damoster
Südlich des Treptowsees gab es eine Siedlung Damoster (aus dem slawischen „Ort an der Eichenbrücke“), die 1492 erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Sie wurde vermutlich im Dreißigjährigen Krieg (1618-48) zerstört und niedergebrannt. Von Damoster wurde dann der Name Mooster abgeleitet. So bekam die landschaftlich reizvolle Gegend ihren Namen.
Von dem Weg zwischen Marnitz und Lübz geht rechts ein Weg ab nach der Siedlung Suckower Mooster. Auf diesem Wege fand man u.a. alte geschwärzte Mauersteine, die von der Siedlung Damoster zeugen. Von der Wassermühle des Dorfes zeichnen sich noch Spuren im Gelände ab.


Sehenswürdigkeiten: Landschaftsschutzgebiet Mooster

 

Der Treptowsee
(Geschichtliche Entwicklung der Gemeinde Siggelkow – Sabine Wachtmann)
Die Schlacht am Treptowsee
Ein Ereignis im Jahre 1865 machte deutlich, dass die Festlegung der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg unumgänglich war. Im Winter dieses Jahres waren einige Marnitzer in der Mooster mit Streu werfen beschäftigt. Plötzlich kamen 40 bis 50 Mann mit Knüppeln, Flinten und Gräbern von Redlin her (gehörte damals zu Brandenburg), gingen auf die Marnitzer los und nahmen ihnen sämtliche Spreu und zwei Äxte ab. Der Redliner Schulze erklärte den Marnitzern, dass seine Dorfschaft es keinesfalls dulden würde, dass der Mooster irgend jemand Heide zur Streu schneiden würde. Auf den trockenen Stellen der Mooster wachsen eben nur Heide, werden sie abgehackt, dann wäre die Schafweide gänzlich verdorben.
Gegen diese Übermacht konnten die Marnitzer nichts ausrichten und mussten weichen, kündigten aber beim Abziehen an, dass sie mit der ganzen Dorfschaft am Montag wiederkommen würden. Der Lübzer Amtshauptmann beorderte sofort zwei Gendarmen nach Marnitz , um am Montag die mecklenburgischen Untertanen zu schützen.
An die Marnitzer und Groß Pankower ging die Weisung, sich am Montag um 9.00 Uhr auf der Wüsten Feldmark einzufinden. Beide Dorfschaften erschienen, bewaffnet mit Mistgabeln, Harken und anderen Gerätschaften, und waren bereit sich notfalls mit Gewalt ihren Anteil an der Streu zu sichern. Auch die Redliner waren aufmarschiert und hatten zur Sicherheit ihren preußischen Gendarmen mitgebracht.


Vertrag zwischen Mecklenburg und Preußen
Die gern schmunzelnd erzählte Schlacht am Treptowsee konnte verhindert werden, brachte aber die Grenzverhandlungen wieder in Gange.
Im Mai 1866 kam ein vorläufiger Vergleich zustande.


Flachs im Treptow röten
Die Redliner waren berechtigt gegen 10 Topp Flachs jährlich, die an das Amt Marnitz zu liefern waren, den Flachs im Treptowsee zu röten.


Die Fischerei
Die Fischerei spielte seit jeher eine wichtige Rolle im Dorfleben. Nach einer Auflistung von 1663 gehörten zum Amt Marnitz drei Amtsseen, die alle auf oder an der Feldmark Groß Pankow lagen:
”Der See, Treptow genannt, von 16 Zügen mit der Wade, der See, die Zapel genannt, von 9 Zügen und der kleine See (Sandsee) von 2 Zügen.”

Die Seen waren seit Jahrhunderten zur Befischung verpachtet. 
Der erste in den Amtsakten aufgeführte Fischer war 1791 Johann Niclas Schulz aus Parchim .Er stand damals noch mit 20 Rt. in der Schuld des Amtes Marnitz. 1789 hatte der Fischer Quade aus Lübz die Pacht inne für 8 Rt.

1791-1793 Fischer Bohn aus Parchim, dann 1793-1796 ging die Pacht an den Suckower Kossaten für die 3 Amtsseen zu 20 Rt. über.

1945 besaß die Fischereipacht auf dem Treptowsee der Parchimer Fischer Kühl,  Mitglied der Parchimer Dreiunddreißiger Gilde, und in dieser Eigenschaft des öfteren Gastgeber der Gilde  im Fischerhaus am Treptowsee. Dort soll es hoch hergegangen sein. Die Dreiunddreißiger Gilde entstand als Bruderschaft im 14. Jahrhundert. Zu einer ihrer Pflichten gehörte die Wohltätigkeit gegenüber Armen. In früheren Jahrhunderten durften sie zu deren und eigener Beköstigung an drei Tagen Fische im Schalentiner See (nicht im Amt Marnitz) fangen. Das Privileg mussten sie nach 1918 abgeben.  Die rauschenden Feste am Treptowsee hingen also mit der verlorengegangenen Tradition zusammen. 

„Der Feldflugplatz“ am Treptowsee
Im Jahre 1937 begannen Wehrmachtseinheiten die große unbrauchbare Fläche östlich des Treptowsees als Flugplatz herzurichten. Doppeldecker-, Schulflugzeuge drehten über dem Platz ungestört ihre Runden. Hier wurden vom Flieger-Ausbildungsregiment 22 aus Neustadt Glewe Piloten ausgebildet. Im Krieg avancierte dieses Gelände zum Feldlugplatz. An der Straße Redlin – Jännersdorf wurden mehrere Baracken gebaut, die zur Verwaltung und Versorgung des Personals dienten. Am Treptowsee stand noch aus früheren Zeiten her ein Ausflugslokal, welches vom Jännersdorfer Wirt in der Badesaison betrieben wurde. Diese Baracke diente dann als Offizierskasino. Piloten und Mechaniker des Erprobungskommandos 25, welches später in die Jagdgruppe 10 einging, kamen staffelweise in Groß Pankow, Redlin unter, teilweise auch in Siggelkow und Suckow.
Angehörige des Bodenpersonals dienten vorher beim Kampfgeschwader 4 und trugen noch Ärmelstreifen mit dem Namenszug „General Wever“.
Der Platz diente nicht nur als Flugplatz  für die Reichsjagd, hier wurden auch Versuche mit neuartigen Waffen zur Bekämpfung der einfliegenden alliierten Bomberströme vorgenommen. In Richtung Suckow-Mooster (heute Wüst) baute man auf freiem Feld einen Bunker, von dem aus die Waffentests verfolgt wurden. Hier weilte zum Beispiel der Weihnachten 1940 zum Botschafter Japans in Deutschland ernannte General Oshima.

1944 testeten die Piloten neue Flugzeugraketen in Rechlin an der Müritz.
Bei einer Vorführung vor Galland misslang der Versuch, weil die Raketen an der FW-190 nicht zündeten. Der Pilot erzählte abends sein Missgeschick den Quartiereltern, wodurch sich die Begebenheit bis heute bewahrte.

Ein anderes Vorkommnis geschah, als Guerian zu Schussversuchen im Bunker weilte. Eine Rakete kam vom Kurs ab und schlug unmittelbar neben dem Bunker ein. Das zog natürlich umfangreiche Untersuchungen nach sich, aber es war wohl auf technisches Versagen zurückzuführen. Der Bunker wurde mit Kriegsende gesprengt, die Trümmer später beseitigt.
Einige der auf dem Feldplatz stationierten Soldaten der Jagdgruppe 10 gelten noch als im Raum Parchim-Redlin vermisst.
Zum Kriegsende blieb ein aus zwei Mann bestehendes Kommando zurück, das die Aufgabe hatte, die auf dem Platz befindlichen Maschinen beim Anrücken der Russen zu sprengen. In jedem Flugzeug lag eine Zentnerbombe zur Sprengung bereit. Am 2. Mai abends war es dann soweit. Auf dem Flugplatz vor Siggelkow begann das Feuerwerk der Flugzeugsprengung. Die Maschinen am Treptowsee konnten jedoch nicht mehr zerstört werden. Sie standen auch noch in den Wochen danach am Platzrand und in den umliegenden Wäldern. Anfliegende russische Flugzeuge nutzten sie dann als Ziele für Schießübungen. Es war daher sehr gefährlich, sich dort aufzuhalten. Trotzdem holten sich die Bewohner der umliegenden Dörfer alles das, was irgendwie nutzbar war. Russische Flugzeuge landeten nicht. 
Die Verbreiterung der Straße zwischen Redlin und Jännerstorf viele Jahre später diente militärischen Zwecken, als Notlandebahn für Flugzeuge der Roten Armee (Sowjetarmee).
Die Fläche wurde wieder als Feldflugplatz deklariert und dazu erweitert. Zu einer Nutzung ist es aber außer Übungen von Flugplatzsicherstellungskräften (Nachrichten, Flugplatzbefeuerung u.ä.) nicht gekommen. Am Nordende des Platzes legten die Russen einen kleinen Platz an, auf dem Hubschrauber landen konnten, um Fallschirmspringer aufzunehmen. 
Am Treptowsee hielt die sowjetische Armee Feldlager zur Ausbildung von Fallschirmjäger-Aufklärern ab. Zwei von ihnen stürzten in den Tod. Zwei Grabsteine mit Kyrillischen Buchstaben erinnern an diese Begebenheit u.a. der Gedenkstein für die abgestürzten sowjetischen Fallschirmjäger Lissin 1986

Während dieser Zeit stürzten weitere Fallschirmspringer ab. 
Zu ihrem Gedenken wurden Holzkreuze in hochwachsenden Kiefern befestigt. 4 dieser Kreuze haben wir (Gerhild Schlenker und Angelika Treetz) fotografiert.

 

Renaturierungsmaßnahmen am Treptowsee
Der Treptowsee im gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet weist eine Größe von 59 (65) ha und eine Wassertiefe von 4 – 5 m auf. Mit 55 m über NN liegt er höher als seine unmittelbare Umgebung, die Moosterlandschaft. Das Landschaftsschutzgebiet umfasst eine Fläche von 665 ha, davon 600 ha Landfläche, wurde aufgrund seiner floristischen und faunistischen Besonderheiten als Naturschutzgebiet ausgewiesen und ist Teilgebiet des FFH-Gebietes „Siggelkower Sander“. 
Der Treptowsee verkörpert in Mecklenburg einen sehr seltenen Seentyp mit klaren Wasserverhältnissen und gut entwickelter Ufervegetation. 
Der See stellt einen Rest des Mooster-Stausees dar, in dem sich die Wassermassen der abtauenden Gletscher der Eiszeit sammelten. 
Die Erhaltung der bemerkenswerten Unterwasservegetation ist nur zu gewährleisten, wenn der Erhaltung der Wasserqualität auf lange Sicht besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. 
Das Gebiet beherbergt auch heute noch eine für Mecklenburg-Vorpommern seltene und teilweise einmalige artenreiche Flora, die auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzenarten unseres Landes stehen. Er verdient deswegen eine besondere Wertschätzung. Seine flachen, sandigen Ufer mit ihren teilweise breiten Schilfpartien, der oligotrophe Wasserkörper und die siedlungsferne Lage, die anthropogene Einflüsse in den meisten Monaten gering hält, prägen ein Biotop besonderer Qualität.
In der Badesaison unterliegt der See einem starken ungeregelten Badebetrieb. Bedingt durch die wenigen Bademöglichkeiten in der Region ist es nicht verwunderlich, dass an einzelnen Tagen, insbesondere an den Wochenenden, bis zu 1.000 Erholungssuchende den See nutzen. Daraus wiederum resultieren erhöhte Belastungen der Wasserqualität, aber auch der Umweltbelastungen durch Müll u.s.w. Die derzeitige Frequentierung stellt für den See bereits die Grenze der Belastbarkeit dar. Die Landschaftsschutz-Gebietsverordnung für den Treptowsee lässt nur die Aufstellung einer ambulanten Versorgungseinrichtung und mobile Toiletten zu um den Badebetrieb in der jetzt praktizierten Größenordnung aufrechtzuerhalten. Hinsichtlich der Bewertung der unzerschnittenen landschaftlichen Freiräume wird das Gebiet des Treptowsees mit Stufe 3 als hoch bewertet, d.h., dass es sich um einen unzerschnittenen Lebensraum in einer Größenordnung von 400 – 1.600 ha handelt.

 

Gebiet mit artenreicher Naturausstattung im Hinblick auf Tier- und Pflanzenwelt:
-    bemerkenswerte Unterwasservegetation des Sees: Standling       
     (Litorella uniflora),
-    außerordentliche artenreiche Flora im Gebiet (Rote Liste)
     Strandling, Zwerg-Lein., Zwiebel-Binde, Froschkraut, 
     Glockenheide, Sumpf-Bärlapp, Englischer Ginster, Faden-
      Laichkraut,
-    faunistische Besonderheiten: Flussuferläufer und Flussregenpfeifer, die 
     auch als Brutvögel  auftreten und Greifvögel, Eulen und Spechte.

Quelle: Landfrauenverband Siggelkow e.V.
Aus Beständen der UEG Parchim

 

Durch eine Arbeits-Maßnahme wurden 1995 folgende Arbeiten am Treptow-See  ausgeführt:
Abriß der Panzerrampe Redliner Seite am Treptow-See
Es wurden Betonplatten entsorgt und die Fläche mit Muttererde aufgefüllt.
Das Landschaftsschutzgebiet Treptow-See beginnt Gemarkung Redlin Flur 8.
Quelle: UEG Parchim

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